Die Mehrheit steht zur Luftfahrt
Keine Mehrheit für längere Sperrzeiten, klare Erwartungen beim Klimaschutz: Unser neuer «Standpunkt» zeigt, wie die Bevölkerung auf die Luftfahrt blickt.

Die Luftfahrt hat in der Bevölkerung mehr Rückhalt, als manche politische Debatte vermuten lässt. Das zeigt die Sotomo-Studie im Auftrag von Aviationsuisse, die das Komitee Weltoffenes Zürich unterstützt hat. Unser neuer «Standpunkt» ordnet die Ergebnisse ein.
67 Prozent der Befragten sehen die Luftfahrt als Chance für die Schweiz. 79 Prozent messen dem interkontinentalen Drehkreuz Zürich grosse wirtschaftliche Bedeutung bei. Direkte Verbindungen sind ein Standortvorteil – für Unternehmen und Hochschulen ebenso wie für den Tourismus und private Kontakte.
Besonders aufschlussreich ist der Blick in die Flughafenregion Zürich: 66 Prozent der Befragten in der Flughafenregion Zürich fühlen sich durch Fluglärm am Wohnort eher nicht oder gar nicht belastet. 75 Prozent beurteilen die heutige Nachtruhe-Regelung als genau richtig oder als zu strikt. Ein Auftrag für längere Sperrzeiten lässt sich daraus nicht ableiten. Auch eine Ausweitung der Betriebszeiten findet in der Studie keine Mehrheit. Gefragt ist eine Entwicklung innerhalb verlässlicher Regeln. Um eine steigende Nachfrage zu befriedigen, ist die Bevölkerung eher bereit, die Infrastruktur auszubauen.
Beim Klimaschutz setzt die Bevölkerung auf effizientere Flugzeuge und nachhaltige Treibstoffe. Fortschritte müssen überprüfbar sein. 71 Prozent beurteilen CO2-Abgaben auf Flugreisen als wenig oder gar nicht wirksam. Die Bevölkerung setzt damit deutlich stärker auf technische und betriebliche Lösungen als auf CO2-Kompensation und Emissionshandel. Falls eine Flugticketabgabe eingeführt würde, sollen die Mittel aus Sicht der Bevölkerung primär in die Luftfahrt zurückfliessen. Eine Rückverteilung an die Bevölkerung erhält lediglich 17 Prozent Zustimmung.
Damit steht auch die Mobilitätsbon-Initiative von umverkehR, deren Sammelstart Ende April 2026 erfolgt ist, offensichtlich quer zum Mehrheitswillen. Eine nationale Umweltabgabe auf Flugtickets mit Rückverteilung und Zweckentfremdung der Mittel ist weder mehrheitsfähig noch sinnvoll. Klimaschutz entsteht nicht durch Umverteilung, sondern durch Investitionen in die ökologische Transformation der Luftfahrt.
Der Rückhalt für die Luftfahrt entbindet sie nicht von ihrer Verantwortung. Er ist aber ein klares Signal an die Politik, die internationale Anbindung zu sichern. Die repräsentative Studie zeigt auch: Die Politik darf sich nicht von einer lauten Minderheit vor sich hertreiben lassen. Sachpolitik beginnt mit Fakten. Und diese Fakten sind klarer, als es den Kritikern lieb ist. Unser «Standpunkt» zeigt die Zusammenhänge und erläutert, welche Folgerungen wir daraus ziehen.
Befragt wurden für die Studie von Sotomo 3734 Personen, darunter 1210 Anwohnerinnen und Anwohner der Flughafenregionen Zürich, Basel und Genf. Die Daten wurden bereinigt, kontrolliert und nach zentralen soziodemografischen Merkmalen gewichtet: Geschlecht, Alter, Bildung, politische Orientierung, Sprachregion und Flughafenregion. Genau so stellt man sicher, dass eine Online-Befragung die Bevölkerung möglichst zuverlässig abbildet. Für die Gesamtergebnisse gibt Sotomo eine statistische Fehlermarge von höchstens 1,6 Prozentpunkten nach oben oder unten an – bei einem Vertrauensniveau von 95 Prozent. Das ist seriös, transparent und belastbar.


